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Klienteninformation

Steuerreform 2015/2016

Die Steuerreform 2015/2016 bringt zahlreiche Neuerungen, die wir Ihnen näher bringen möchten.
Die gesetzlichen Änderungen sind bis auf wenige Ausnahmen ab 01.01.2016 gültig.
Diesbezüglich beraten wir Sie sehr gerne, um Unklarheiten und Fragen aus der Welt zu schaffen und deshalb würden wir uns über Ihren Anruf oder Ihren Besuch in unserer Kanzlei sehr freuen!

Änderung des Einkommenssteuertarifs

Bei einem Einkommen bis € 11.000/Jahr fallen keine Steuern an.
Ab einem Jahreseinkommen über € 11.000 gibt es ab dem Veranlagungsjahr 2016 sechs (statt der bisherigen drei) verschiedene Tarifstufen:


Bisherige Regelung:  
Einkommen/Jahr Einkommenssteuer
0 bis € 11.000
steuerfrei
über € 11.000 bis € 25.000
36,5 Prozent
über € 25.000 bis € 60.000
43,21 Prozent
über € 60.000
50 Prozent


Neue Regelung:  
Einkommen/Jahr Einkommenssteuer
0 bis € 11.000
steuerfrei
über € 11.000 bis € 18.000
25 Prozent
über € 18.000 bis € 31.000
35 Prozent
über € 31.000 bis € 60.000
42 Prozent
über € 60.000 bis € 90.000
48 Prozent
über € 90.000 bis € 1.000.000
50 Prozent
über € 1.000.000
55 Prozent (befristet)



Änderung der Absetzbeträge

Der Arbeitnehmerabsetzbetrag wird in den Verkehrsabsetzbetrag integriert und von € 345,00 auf € 400,00 erhöht.
Alle Geringstverdiener profitieren von der Steuerreform 2015/2016, da Ihnen ein erhöhter Verkehrsabsetzbetrag in Höhe von € 690,00 zusteht (bei Anspruch auf die Pendlerpauschale).



Erhöhung der Negativsteuer und Ausweitung auf Pensionisten

Im Zusammenhang mit der Negativsteuer gibt es ebenso eine Neuerung. So kann mit Gutschriften in Höhe von 50% von bestimmten Werbungskosten, wie z.B.: Sozialversicherungsbeiträgen, maximal jedoch mit € 400,00 bzw. € 500,00 bei Geringverdiener/innen (keine Lohnsteuer), in Zusammenhang mit der Pendlerpauschale, gerechnet werden.
Steuervorteile gibt es auch für Pensionisten/innen. Diese haben die Möglichkeit eine Gutschrift von 50% der Sozialversicherungsbeiträge zu erhalten, jedoch max. € 110,00 jährlich.



Kinderfreibetrag/Familienbeihilfe

Für Familien hat man eine Erhöhung des Kinderfreibetrages von € 220,00 auf € 440,00 (bei einem Steuerpflichtigen) bzw. € 300,00 pro Person (bei zwei Steuerpflichtigen) beschlossen.
Die Familienbeihilfe wird künftig auch ohne Antrag ausbezahlt. Außerdem wird die Familienbeihilfe bis 2018 kontinuierlich erhöht. Begonnen wurde bereits am 01.07.2014 mit 4%. Ab 01.01.2016 und 01.01.2018 wird diese um nochmals 1,9% erhöht.



Entfall der Mietzinsbeihilfe

Mit dem 31.12.2015 wird die Mietzinsbeihilfe abgeschafft, da die Bearbeitung sehr verwaltungsintensiv war und die Beihilfe kaum in Anspruch genommen wurde.



Entfall Landarbeiterfreibetrag

Die Steuerreform beinhaltet auch die Streichung des Landarbeiterfreibetrages ab dem Veranlagungsjahr 2016, da der Freibetrag "nicht mehr zeitgemäß" ist.



Neues aus der Wirtschaft

Die Forschungsprämie wird von 10% auf 12% angehoben. Durch die Mitarbeiterkapitalbeteiligung soll es zu einer stärkeren Bindung an den Betrieb bzw. an das Unternehmen kommen. Für das Jahr 2016 wird der Freibetrag der steuerfreien Mitarbeiterkapitalbeteiligung von € 1.460,00 auf € 3.000,00/Jahr erhöht.

Der Zuzugsfreibetrag wird ab 2016 30% der in- und ausländischen Einkünfte aus wissenschaftlicher Tätigkeit betragen, insofern diese nach dem neuen Einkommenssteuertarif versteuert werden. Der Freibetrag ist auf 5 Jahre ab dem Zuzugszeitpunkt beschränkt. Wird der Freibetrag angesetzt, können weitere Sonderausgaben, Werbungskosten und außergewöhnliche Belastungen, die im Zusammenhang mit dem Zuzug stehen, nicht beantragt werden.



Registrierkassenpflicht

Jene Betriebe, die ab Beginn des Wirtschaftsjahres 2016 einen Netto-Jahresumsatz von mehr als € 15.000,00 und einen Netto-Barumsatz von mehr als € 7.500,00 pro Jahr erwirtschaften, sind zur Benutzung einer elektronischen Registrierkasse verpflichtet. Außerdem besteht ab diesem Zeitpunkt eine Belegerteilungspflicht für Unternehmer/innen und Annahmepflicht seitens der Kunden/innen. Die Kasse muss außerdem vor technischen Manipulationen geschützt werden. Bei Anschaffung einer Registrierkasse zwischen dem 01.03.2015 und 31.12.2016 gibt es eine Prämie bzw. ist eine Sofortabschreibung mit den gesamten Anschaffungs- und Umrüstungskosten möglich.
Die Aufzeichnungspflicht für Barumsätze gilt bereits ab dem 1. Euro.
Die Änderung sieht Erleichterungen für mobile Berufe, wie Friseure, Masseure, Hebammen, Schneider, Tierärzte, etc. vor, solange die Umsatzgrenze von € 30.000,00 pro Jahr und Betrieb nicht überschritten wird.



Bankgeheimnis

Ab 2016 wird ein zentrales Kontenregister geführt, welches für Staatsanwaltschaften, Strafgerichte, Finanzstrafbehörden, das Bundesfinanzgericht und Abgabenbehörden des Bundes einsichtig ist. Zusätzlich müssen Banken seit 01.03.2015 höhere Kapitalflüsse melden.



Anpassung Umsatzsteuer

Bei Tieren, Saatgut, Pflanzen, Kultur und Sport, Futtermittel, Holz, Jugendbetreuung, Luftverkehr, Bäder, Museen, Tiergärten, Filmvorführung wird im Zuge der Steuerreform 2015/2016 der Steuersatz von 10% auf 13% erhöht. Die Umsatzsteuer auf Beherbergungsleistungen wird auch, jedoch verzögert erst ab 01.05.2016, von 10% auf 13% angehoben. Wird im Zusammenhang mit einer Beherbergung auch ein ortsübliches Frühstück angeboten, so bleibt der bisherige Steuersatz von 10% erhalten.
Neuerungen gibt es auch beim Abhofverkauf von Wein, der von 12% auf 13% angehoben wird. Der Steuersatz von Sportveranstaltungen wird auf 13% reduziert, damit zukünftig ein einheitlicher Steuersatz im Bereich Kultur und Sport vorliegt.



Sonderausgaben

Im Zusammenhang mit der Steuerreform werden künftig Spenden, Kirchenbeiträge und Beiträge für die freiwillige Weiterversicherung und den Nachkauf von Versicherungszeiten automatisch via Organisation und Finanzverwaltung berücksichtigt. Dies gilt jedoch erst ab dem Jahr 2017.

Außerdem werden die Topf-Sonderausgaben bereits ab dem Veranlagungsjahr 2016 abgeschafft. Für bestehende Verträge, welche vor dem 01.01.2016 abgeschlossen wurden, gilt die Regelung der Absetzbarkeit im Zuge der Topf-Sonderausgaben noch 5 Jahre bis zum Veranlagungsjahr 2020. Für Neuverträge gibt es diese Abzugsmöglichkeit nicht mehr.



Gebäude

Die Steuerreform bringt auch ab dem Jahr 2016 einen einheitlichen Abschreibungssatz von 2,5 Prozent. Bei für Wohnzwecken überlassenen Gebäuden, gilt weiterhin der geringere Afa- Satz von 1,5%. Ist bisher ein abweichender Afa-Satz zur Anwendung gekommen, muss dieser reduziert oder erhöht werden. Zusätzlich wird der Verteilungszeitraum von Instandsetzungsaufwendungen auf 15 Jahre verlängert.



KFZ-Sachbezug

Ist die Möglichkeit gegeben, dass Arbeitnehmer/innen firmeneigene Kraftfahrzeuge für Privatfahrten nutzen, so müssen 2% der tatsächlichen Anschaffungskosten des Kfz, maximal aber € 960,00 angesetzt werden. Bei all jenen KFZ, die einen Co2-Ausstoß von nicht mehr als 120g pro gefahrenen Kilometer aufweisen, muss lediglich ein monatlicher Sachbezug von 1,5%, maximal € 720,00 Euro/Monat angesetzt werden.


Vorsteuerabzug PKW/Kombi ohne Co2-Austoß

Für unternehmerisch genutzte Personen- oder Kombinationskraftwagen mit einem CO2-Emissionswert von 0 Gramm pro Kilometer (z.B. PKW oder Kombi mit ausschließlich elektrischem oder elektrohydraulischem Antrieb) besteht die Möglichkeit ab 1. Jänner 2016 einen Vorsteuerabzug zu beantragen.



Sonstiges

Im Zuge der Steuerreform wird der Bildungsfreibetrag und die Bildungsprämie gestrichen.



Grunderwerbssteuer

Neu geregelt wird die Grunderwerbssteuer. Ab 01.01.2016 wird als Bemessungsgrundlage der Grundstückswert herangezogen. Bei Land- und Forstwirtschaft wird unverändert der 1-fache EHW verwendet, der 2015 neu berechnet wird. Die neue Staffelung beim unentgeltlichen Erwerb von Grundstücken sieht in Zukunft folgendermaßen aus:


für die ersten € 250.000
0,5 Prozent
für die nächsten € 150.000
2,0 Prozent
für alle weiteren Beträge
3,5 Prozent



Immobilienertragssteuer

Die Immobilienertragssteuer wird von 25% um 5% auf 30% auf den Veräußerungsgewinn erhöht. Der Inflationsabschlag (2% ab dem elften Jahr) wird ersatzlos gestrichen.



Kapitalvermögen

Der bisherige Steuersatz von 25 % gilt ab 01.01.2016 nur bei Kapitalerträgen aus Geldeinlagen und nicht verbrieften sonstigen Forderungen bei Kreditinstituten. Eine Änderung gibt es für alle anderen Einkünfte aus Kapitalvermögen, bei denen der Steuersatz auf 27,5% angehoben wird. Davon betroffen sind vor allem GmbH-Gewinnausschüttungen.





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